Gregor Johann Mendel

Das bescheidene Genie wurde am 20. Juli 1822 in einer deutschsprachigen Familie in Heinzendorf geboren. Er war von Kindheit an sehr begabt und wurde deshalb von der Dorfschule in seinem Heimatort an die Piaristenschule in Lipník nad Bečvou empfohlen. Mit 12 Jahren wechselte er in das Troppauer Gymnasium. Da seine Eltern nicht in der Lage waren, den Lebensunterhalt ihres Sohnes während seines Studiums sicherzustellen, begann er, seinen weniger begabten Mitschülern Nachhilfeunterricht zu geben. Im Jahr 1840 trat er sein Studium am Institut für Philosophie in Olmütz an. Die Bewerbung musste einen Lebenslauf in tschechischer Sprache enthalten, weshalb Mendel diese Sprache erlernen musste. Im Jahr 1843 trat Johann Mendel dem Augustinerorden im Altbrünner Kloster bei und nahm den Ordensnamen Gregor (Řehoř) an, der traditionsgemäß dem Vornamen vorangestellt wird.

Gregor Mendel

Eintritt ins Kloster

Der Eintritt ins Kloster eröffnete Gregor Mendel neue Möglichkeiten für seine Bildung und wissenschaftliche Forschung. Der damalige Abt Napp ermöglichte ihm ein Studium in Wien, das für seine späteren Experimente mit der Erbse und anderen Pflanzen von entscheidender Bedeutung war, da er genau das dafür benötigte Fachwissen erwarb. Im Rahmen des Mathematik- und Physikstudiums erlernte er die statische Auswertung, die Planung von Experimenten und die allgemeine Methodik wissenschaftlichen Arbeitens.

Versuche mit der Kreuzung von Erbsen

Diesen Versuchen widmete er sich 9 Jahre lang. Die Schlussfolgerungen aus seinen Forschungen führten zu drei Gesetzen, die heute als Mendelsche Regeln bekannt sind. Im Jahr 1865 stellte er die Ergebnisse seiner Experimente vor, doch seine Arbeit fand nur geringen Anklang. Anerkennung wurde ihm erst 1900 zuteil, als seine Entdeckungen bestätigt wurden, was ihm den Beinamen „Vater der Genetik“ eintrug.

Mendel als Abt

1868 wurde er Leiter der Augustinerabtei und hatte wenig Zeit für seine Experimente. Allerdings ging er seinen beiden Hobbys nach – Imkerei und Meteorologie. Im Garten der Abtei ließ er nach eigenen Plänen ein Bienenhaus errichten, zu dem auch ein kleines Arbeitszimmer gehörte. Dreimal am Tag führte er an verschiedenen Stellen des Klosters meteorologische Messungen durch, die er sorgfältig aufzeichnete.

Gregor Johann Mendel starb am 6. Januar 1884 und ist in der Augustinergruft auf dem Zentralfriedhof in Brünn beigesetzt.



Das Projekt „G. J. Mendels Vermächtnis an Wissenschaft, Kultur und Menschheit“ wird vom Programm INTERREG V-A Österreich-Tschechische Republik mitfinanziert.


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